Alles wirkliche Leben ist Begegnung

Ambulante Hospizbewegung Dülmen e.V.

Martin Buber

Begleitung auf dem letzten Weg
Ein Einblick in die verantwortungsvolle Arbeit der Hospizbewegung Dülmen

Immer mehr Menschen in Deutschland befürworten bei Sterbenden den Einsatz von schmerzlindernder Medizin und die Betreuung durch Hospizdienste. Dem will auch das Land Nordrhein-Westfalen durch die Förderung eines Modellprojekts zur ambulanten Versorgung von schwerkranken Menschen Rechnung tragen. In Nordrhein-Westfalen gibt es etwa 230 Hospizinitiativen, rund 30 stationäre Hospize und 14 Palliativstationen. Bundesweit engagieren sich zur Zeit etwa 10 000 Bürger in der Hospizarbeit. Einer von ihnen ist Ralf Koritko (40) aus Dülmen.

Seit Anfang des Jahres ist der ambulante Krankenpfleger Koordinator für die »Hospizbewegung Dülmen e.V.«. Sie wurde vor zwei Jahren aus privater Initiative ins Leben gerufen. Zur Finanzierung des Koordinators werden ausschließlich Spenden verwendet. Inzwischen zählt die Hospizbewegung Dülmen rund 70 Mitglieder.
Wenn Ralf Koritkos Handy mit der Nummer 0171/8925199 klingelt, ist in den meisten Fällen der Anrufer das Krankenhaus, das Altenheim oder der Ambulante Dienst. Privatleute scheuen offensichtlich nach davor zurück, sich direkt an die Hospizbewegung zu wenden.
Die Bitte um die Begleitung eines Todkranken oder Sterbenden setzt allerdings das Einverständnis sowohl des Betreffenden als auch seiner Angehörigen voraus. »Wir wollen niemandem etwas wegnehmen«, sagt Koritko, der die Aufgabe der Hospizbewegung in erster Linie in der Unterstützung der unmittelbaren Angehörigen bei der Begleitung eines Menschen auf seinem letzten Weg sieht. Nachdrücklich weist er denn auch Vermutungen zurück, der Hospizdienst ergänze oder ersetze gar etwa die Dienste der Sozialstation oder sei so etwas wie ein Senioren-Besuchsdienst
Den ersten Besuch beim Patienten macht Ralf Koritko selbst. Nachdem er sich ein Bild von der Krankheit und ihrem weiteren Verlauf gemacht hat, wird mit dem Kranken und den Angehörigen der Rahmen abgesteckt, in dem die Begleitung erfolgen kann bzw. muss. Als Begleiter stehen in Dülmen Dutzend Frauen und Männer amtlich und unentgeltlich zur Verfügung, darunter zwei Männer. In einem neun Monate dauernden Vorbereitungsseminar - das jüngste mit 15 Teilnehmern ging jetzt zu Ende - haben sie sich auf ihre segensreiche Tätigkeit vorbereitet. Die meisten Ehrenamtlichen stehen in der Lebensmitte und haben in der Begleitung  Sterbender  eine  neue, segensreiche und erfüllende Aufgabe gefunden. Vielfach gab der Tod eines nahen Angehörigen den Anstoß, sich zu bewerben.
 
Bei der Auswahl des Begleiters oder der Begleiterin muss der Koordinator Fingerspitzengefühl beweisen; »Patient und Begleiter müssen zueinander passen«, sagt Ralf Koritko. Als theoretisches Beispiel führt er den Fall eines sterbenden Kindes an, für das - wenn es denn möglich ist - eine Frau gefunden werden sollte, die persönlich die Erfahrung des Abschiednehmens von einem Kind gemacht hat.
Von der Begleitung »profitieren« aber nicht einzig und allein die Patienten, sondern auch die Angehörigen, die das Sterben eines lieben Menschen miterleben und dem oftmals hilflos gegenüber stehen. In einer Situation, in der es buchstäblich um Leben und Tod geht, findet ein Fremder vielfach leichter Zugang zum Kranken und zu den Angehörigen, dient gewissermaßen als Scharnier wie auch als »Beichtvater«, um die Sprachlosigkeit am Ende des Lebens zu überwinden.
Und wer begleitet die Begleiter? Alle drei Wochen treffen sich die Ehrenamtlichen, um ihre Trauer und Niedergeschlagenheit abzubauen und sich gegenseitig wieder aufzubauen. »Wer sich aufgefangen und getragen weiß von einer Gruppe, erträgt Krankheit und Leid leichter«, sagt Ralf Koritko. »Selbstverständlich und letztlich begreifbar werden Tod und Sterben jedoch niemals.«
Sie können allerdings für Kranke und ihre Angehörigen den Schrecken verlieren, wenn diese sich ihrem Schicksal stellen und das Sterben enttabuisieren. Die Hospizbewegung will dazu beitragen, dass das Sterben zu Hause im Kreis von Angehörigen und Nachbarn geschehen kann. Sie erfüllt letztlich damit einen Wunsch, den wohl jeder Mensch in sich verspürt.
Karl-Heinz Riesenbeck

Ansprechpartner in Dülmen sind:
Schwester Irmlinde Enk, Telefon 02594/9200
Agnes Maria Terhart, Tel. 02594/9580
Ralf Koritko, Tel. 02594/2726

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Ambulante Hospizbewegung Dülmen e.V.

Vorsitzender: Dr. Stefan Kintrup

Koordinatoren : Ralf Koritko, Susanne Erfurt

Coesfelder Strasse 21  48249 Dülmen

Tel:: 0 171 / 8 92 51 99

Sparkasse Westmünsterland

BLZ 401 545 30

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