Alles wirkliche Leben ist Begegnung

Ambulante Hospizbewegung Dülmen e.V.

Martin Buber

Dezember 2005

Gebet

Ich suche allerlanden eine Stadt,
die einen Engel vor der Pforte hat.
Ich trage seinen großen Flügel
gebrochen schwer am Schulterblatt
und in der Stirne seinen Stern als Siegel.

Und wandle immer in die Nacht....
ich habe Liebe in die Welt gebracht –
Dass blau zu blühen jedes Herz vermag,
und hab ein Leben müde mich gewacht,
in Gott gehüllt den dunklen Atemschlag.

O Gott, schließ um mich deinen Mantel fest:
ich weiß, ich bin im Kugelglas der Rest,
und wenn der letzte Mensch die Welt vergießt,
du mich nicht wieder aus der Allmacht lässt
und sich ein neuer Erdball um mich schließt.
                                        (Else Lasker-Schüler)


Mit Sterben und Tod auseinandergesetzt

Am Sonntag, 14. Februar 2005, war es soweit. Der Tag begann mit einer Eucharistiefeier in der St. Viktor-Kirche, gestaltet von der 9. Klasse des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums. Unter die Haut gehende Texte und Darbietungen trugen Schülerinnen und Schüler vor. Auch die musikalische Gestaltung lag in deren Händen und war sehr beeindruckend. Die zahlreichen Kirchenbesucher waren davon sehr angetan. Sie diskutierten nach dem Gottesdienst ausgiebig mit den „Freiwilligen“ der Hospizbewegung Dülmen.
Am Nachmittag eröffnete Pastor Sieghard Flöhmer in der evangelischen Christuskirche eine Ausstellung mit von Kindern im Alter von 5 – 16 Jahren gemalten Bildern. Auf die Ziele der Hospizbewegung Dülmen ging  der Vorsitzende, Herr Dr. Hans Böck, in seiner Rede ein. Sterben dürfe in der Gesellschaft kein Tabuthema mehr sein. Sehr wichtig sei der Dialog mit Angehörigen und besonders mit den Kindern.
Wie Kinder mit dem Thema umgegangen sind, zeigte sich in beeindruckender Weise in den ausgestellten Bildern. Das Zitat eines Besuchers: „Die Ausstellung hat soviel Gehalt – sie sollte als Wanderausstellung durch den Kreis gehen-...“.
Die Zeitung  „Kirche und Leben“ berichtete in der Ausgabe vom 20. März 2005 unter dem Titel „Tod und Sterben aus der Tabuzone befreien“ ausführlich über die Veranstaltung in Dülmen. Der Arbeitskreis „Öffentlichkeitsarbeit“ der Hospizbewegung Dülmen sieht sich für seine länger als ein halbes Jahr dauernden Bemühungen bestätigt, an diesem Thema weiter zu arbeiten. Es werden Überlegungen angestellt, von diesem Ereignis eine CD-Rom erstellen zu lassen, und diese dann zu verkaufen.


In meinem eigenen Zuhause

Blass schien an diesem kalten Januartag die Sonne in den großen Raum. Durch das geöffnete Fenster wehte ein leichter Wind und spielte mit der Gardine. Beate stand im Raum und dachte, es können doch nicht schon 3 Wochen her sein, dass ihre Freundin Christina für immer gehen musste. Beate war gekommen, um die Bücher zu holen, aus denen sie ihrer Freundin so oft vorgelesen hatte.
Neben Christinas Bett stand noch der kleine Sessel. Wie oft habe ich hier gesessen, musste Beate denken und nahm auch jetzt darin Platz. Sie schaute sich im Raum um und vor ihren Augen liefen die letzten Monate vorbei.
Sie sah und hörte Christina von ihrer schweren Krebserkrankung sprechen. Kennen gelernt hatten sich die beiden Frauen schon vor vielen Jahren. Erst durch das Bauen in derselben Straße und die jeweiligen Kinder wurde der Kontakt verstärkt und es entstand eine Freundschaft zwischen beiden Frauen.Nach Jahren wurde Christina „nur krank“. Schnell wurde Beate aber bewusst, Christina wollte nicht über die Krankheit sprechen.
Als die Kräfte nachließen, war es für Beate selbstverständlich, für die Söhne Paul, 13 Jahre, und Jan, 15 Jahre, zu kochen, Christina nahm es gerne an.  Wenn Beate in den darauf folgenden Wochen bei ihr regelmäßig am Bett saß, öffnete Christina sich immer mehr. Sie sprach von ihren Ängsten und Sorgen. Ihre Söhne waren nicht alt genug, um auf eigenen Füßen zu stehen. Für eine Mutter schwer zu ertragen, die weiß – viel Zeit habe ich nicht mehr.
Beate schaute sich in dem großen, hellen Raum um, sah die geschmackvollen Bilder und Plastiken an den Wänden und in den Regalen. Christina liebte einige davon ganz besonders. Wie oft hatte sie zu Beate gesagt: „Wenn du hier einfach nur sitzt, sehen meine Figuren und Bilder viel schöner aus.“ Und noch eins hatte sie gesagt: „Wie gut und wohltuend ist es, wenn ich und andere Kranke wissen, es kommt immer einer vom ambulanten Hospiz, auch nach Hause, in meine gewohnte Umgebung. Ich kann Paul und Jan im Hause laufen hören, kann Abschied nehmen von Dingen in meinem Haus.“
Die Tage vergingen schnell und Christina hatte gespürt, meine Zeit hier ist bald um. Sie bat Beate noch, nach ihrem Tod einige Dinge für ihre Jungen zu tun. Als die beiden Frauen in aller Ruhe über die letzten Wünsche zur Beerdigung gesprochen hatten, trat eine große Stille ein.
Die Kinder kamen nach oben und Beate machte ihnen Platz. Am späten Abend konnte sie Christina die letzten Wünsche erfüllen und ihr nachsehen, wie sie aus ihrem Zuhause fortgefahren wurde.
      (Bericht einer Begleiterin)


Stationäres Hospiz

Menschen begegnen sich auf vielfältige Art und Weise.
In diesem Jahr waren und sind 2 Vorstandmitglieder der Hospizbewegung Dülmen e.V. in vielen Begegnungen anzutreffen. Agnes Maria Terhart und Hubert Deipenbrock sind häufig im Kreis unterwegs,  um das geplante Hospiz Anna-Katharina den acht Hospizbewegungen im Kreis Coesfeld vorzustellen.

Diesen Reisen durch den Kreis sind eine Vielzahl von Gesprächen, Telefonaten und Besichtigungen vorausgegangen, bis das Hospiz Anna-Katharina auf Bauplänen sichtbar wurde. Aus der Theorie wurde dann sehr schnell Wirklichkeit.
Im August dieses Jahres erfolgte der erste Spatenstich, und die Grundsteinlegung erfolgt voraussichtlich mit dem Richtfest noch im Dezember 2005.  
All diese Termine, aber auch dass tägliche Tun der Handwerker, sind Begegnungen von Menschen für Menschen.
Im Sommer des nächsten Jahres haben dann schwerstkranke, sterbende Menschen aus dem Kreis Coesfeld die Möglichkeit, im Hospiz Anna-Katharina ein letztes zu Hause zu finden. Gepflegt und versorgt von examiniertem Pflegepersonal und begleitet von den Angehörigen oder Ehrenamtlichen der verschiedenen Hospizinitiativen.
Fragt sich ein jeder mal selbst  wo er denn sterben möchte, ist die Antwort für viele sehr eindeutig. Natürlich zu Hause. Nicht immer ist das aber möglich. Dann kann ein stationäres Hospiz durchaus eine Möglichkeit der Hilfe sein.
Aber die Begleitung im Krankenhaus, Altenheim oder zu Hause ist zu jeder Zeit, auch nach Fertigstellung des Hospiz Anna-Katharina, weiterhin durch die Ehrenamtlichen  gewährleistet. 


Monatstreffen der Ehrenamtlichen im ambulanten Hospiz

An jedem 1. Montag im Monat treffen sich die ehrenamtlichen Mitglieder der Hospizbewegung Dülmen zum Gedankenaustausch und zur Pflege des guten Miteinander.
Der Koordinator, Ralf Koritko, informiert

- über aktuelle Begleitungen,
- wo und wann Fortbildungen angeboten werden,
- wann Hospizgruppen aus anderen Orten Austauschgespräche anbieten,
- und vieles mehr, was uns Weiterbildungsmöglichkeiten bieten kann.
Darüber hinaus ist Herr Koritko  bemüht, Referenten zu bestimmten Themen zu gewinnen, was dann allen zugute kommt.
Im laufenden Jahr bekamen wir wieder gute Vorträge zu hören und hatten anschließend Gelegenheit zur Diskussion.

Die Themen waren:

Januar: Bindeglied in der Begleitung

Februar: Planung der Treffen in 2005

März: Vortrag von Frau Wiebke Groenewold: „Familiensysteme“

April: Kooperation ambulantes / stationäres Hospiz

Mai: Vortrag von Herrn Dr. Kollmann: „Sterbebeleitung und christlicher Auferstehungsglaube“

Juni: Katholisch / Evangelisch - Mit Pfarrer Nienhaus und Pastor Flöhmer

Juli: Vortrag von Herrn Scholz “Anna-Katharina-Emmerick”

August: Fahrradtour und Picknick am Welter Bach

September: Bericht über Beleitungen

Oktober: Wochenende in Coesfeld - Begegnung mit Leib und Seele

November: Kleingruppenarbeit zum Thema Begleitungen

Dezember: Jahresabschluss

Die jährlich 6 – 8 Abende einer Supervision mit Herrn Ludwig, Seelsorger am Franz-Hospital, sind ein weiteres Angebot, sich intensiv auszutauschen, so wie Rat und Hilfe zu bekommen. Unser Miteinander wird somit gefestigt und gestärkt.


Gesprächsort für Trauernde

Hospizbewegung Dülmen e.V. bietet Trauercafé in der Familienbildungsstätte an

Zu diesem Thema berichteten die „Streiflichter“ am 01.09.05: ’Alles wirkliche Leben ist Begegnung.’ Dieses Zitat von Martin Buber steht auf der ersten Seite des Faltblattes, mit dem ehrenamtliche Mitarbeiter der Hospizbewegung Dülmen e.V. für das Trauercafe werben. Die erste Begegnung für Trauernde war für den Sonntag, 4. September, von 10 bis 12.15 Uhr in den Räumlichkeiten der Familienbildungsstätte Dülmen (FBS) geplant.


„Das Angebot soll die bestehenden Trauermöglichkeiten ergänzen“, sagt Walburga Dilkaute. Gemeinsam mit Hildegard Wilkes sowie Edeltraud Benson, Angela Kathmann, Heidi Piehl und Elisabeth Rölfer bietet sie an jedem ersten Sonntag im Monat die offene Trauergruppe an.
Hier dürfen, laut Hildegard Wilkes, die Menschen öfter Mal in einer Frühstücksrunde das Gleiche sagen, um mit ihrer Trauer umzugehen. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass das Trauern innerhalb der Familie schwierig sein kann. So sei es wichtig, auch andere Ansprechpartner zu haben.
Den Sonntag als Termin zu nehmen, wurde von den Ehrenamtlichen bewusst gewählt. „In der Woche gehen viele ihrem Trott nach, es bleibt keine Zeit, um zu trauern“, erklärt Walburga Dilkaute.
Ebenso sind wir froh, dass sie dank der FBS-Leiterin Irmgard Neuß Räumlichkeiten gefunden haben, die nicht, laut  Walburga Dilkaute, auf dem Präsentierteller sind.
Jeder kann sich, gleich welcher Konfession, angesprochen fühlen. „Es ist ein neutraler Rahmen“, betont Hildegard Wilkes.
Weitere Termine sind für den 2. Oktober, 6. November, 4. Dezember 2005, 8. Januar, 5 Februar, 5. März, 2. April, 7. Mai und 11. Juni 2006 angesetzt.


Fortbildungswochenende vom 7. – 9. Sept. 2005

 „Wer sich Gutes tut, bewirkt Gutes“  (buddhistisches Sprichwort)

Mit diesem Sprichwort haben sich die Ehrenamtlichen (EA) der Hospizbewegung Dülmen zu einem Wochenendseminar in die Kolpingbildungsstätte Coesfeld zurückgezogen. 22 Frauen und Männer haben gemeinsam mit den Referentinnen Mathilde Reinhard und Ameli Gertzen intensiv an der eigenen Begegnung mit Leib und Seele gearbeitet.
Es ist schon fast Tradition, das die EA  einmal im Jahr ein gemeinsames Wochenende erleben. Obwohl in den Vorbereitungsseminaren sich sehr intensiv mit der eigenen Psychohygiene und Themen wie Nähe und Distanz ausein- andergesetzt wurde, war es eine willkommene Gelegenheit, diese Thematik nochmals zu vertiefen und zu verfeinern.
Passend dazu bot die Kolpingbildungsstätte Coesfeld ein Seminar an. In dem Flyer der Bildungsstätte hieß es in der Konzeption unter anderem:
„Für die Begleitung und Begegnung mit kranken und sterbenden Menschen ist das Wohlbefinden der Begleiter /in von großer Bedeutung. Immer wieder gibt der eigene Körper deutliche Hinweise darauf, wie es um dieses Wohlbefinden steht. Seine Signale zu verstehen, auf sie zu achten und zu reagieren ist in unserer Gesellschaft nach wie vor ungeübt. Oft wird der Körper um der angeblich wichtigeren Dinge „ausgebeutet“. Irgendwann allerdings klagt er seine Rechte ein.
Dieses Seminar gibt Anregungen, das Körperbewusstsein zu schulen.
Dazu gehört:
 -den eigenen Standpunkt finden und spüren
 -Zentrieren um die Mitte und Mittelachse
 -Atmung als Ressource
 -Kraftquellen aufspüren und verankern
 -Grenzen wahrnehmen und akzeptieren
 -Wahrnehmungssensibilierung (Sinne schulen: sehen, hören, fühlen)

Ein guter klarer Kontakt mit sich selber schafft den Raum für die Wahrnehmung, was MIR gut tut.
Gleichzeitig ermöglicht er eine Begegnung, die den kranken und sterbenden Menschen in seiner Lebendigkeit und seinem Heil-Sein anspricht und gut tut ohne selber dabei ausgezehrt zu werden.“
Diese Themen  haben unsere Gruppe sehr angesprochen. Die Nähe des Veranstaltungsortes tat ein Übriges dazu, und so wurde das Wochenende nach Rücksprache mit dem Vorstand gebucht.
Zuvor hatten die einen oder anderen Bauchschmerzen was da wohl so kommen mag. Vielleicht Rollenspiele oder gar Malen? Aber schon in der Vorstellungsrunde war alles anders und die Bauchschmerzen so gut wie weg.
Wir gingen im Raum herum und begrüßten uns ohne zu reden mit den Füßen. Eine durchaus interessante Erfahrung. Im Anschluss haben wir uns in 2er und anschließend in 4er Gruppen ausgetauscht über Themen wie:

-was war, bevor ich mich auf den Weg machte
-was will ich loslassen um anzukommen
-mit welchen Gedanken und Gefühlen sitze ich hier?


Zum Ende des Abends haben wir uns in einer Einzelarbeit mit unseren eigenen Ressourcen (Kraftquellen) auseinandergesetzt. Ziel dieser Übung war, sich unserer Ressourcen bewusst zu werden und bei Bedarf  unsere Kraftquellen abzurufen.
Zum Abschluss des Abends hatten wir in der hauseigenen „Bar“ Gelegenheit, den Tag im Gespräch ausklingen zu lassen.
Der Samstag stand ganz im Zeichen von „Grenzen“. Meine Grenzen körperlich spüren. Hierbei haben wir unsere Knochen von Kopf bis Fuß erspürt und anschließend abgeklopft, im Anschluss unsere Muskeln ausgeknetet und abschließend die Haut ausgestrichen.
Diese Übung wurde dann intensiviert durch die nächste Übung. Ich überschreite deine Grenzen nicht – ich lasse meine Grenzen nicht überschreiten. Auch wieder eine nonverbale Übung, sich mit Nähe und Distanz auseinander zu setzen. Nach einer sonnenreichen Mittagspause stand ein weiteres Thema an.

• Grenzerfahrungen und Grenzüberschreitungen in meinem Leben
                        
Mit Hilfe einer sensibel geleiteten Erinnerung durch Kindheit, Jugend und Erwachsenwerden durften wir in Einzelarbeit ein Bild malen und darstellen, wie ich Grenzüberschreitungen bei mir selbst erlebt habe oder, wo ich Grenzen setzen konnte. Im Anschluss haben wir in 2er Gruppen diese Bilder gesichtet und ein Resonanzbild erstellt.
Mit einem großzügigen Zeitbudget waren wir alle überrascht wie intensiv, mal wohltuend, aber auch nachdenklich, wir uns ausgetauscht haben.

Auch die Theorie kommt an so einem Wochenende nicht zu kurz.

• Vom Mitleid zum Mitgefühl,
• die innere Resonanz und das einhalten der eigenen (Körper) Grenzen

hieß das Thema. An den Gesichtern war deutlich bei dem einen oder anderen ein Aha-Erlebnis für sein eigenes Leben abzulesen. Der Abend stand dann ganz im Zeichen der „Berührungen“ und was sie auslösen können.

Auch am Samstag durfte der gemütliche Ausklang nicht fehlen, ebenso die gute Nachtruhe und ein geselliges Frühstück am Sonntag. Der Tag konnte beginnen.
Das Thema hieß:
Einen Menschen begleiten heißt, ihn wohlwollend sehen wie er ist und mit Respekt (s)ein Energiefeld betreten.
Dies ging natürlich nur, weil wir vorher unsere Knochen, Muskeln und Haut gut abgeklopft hatten. Diese Übung war sehr interessant. In einer Gruppe stand jede/r mal vorn und zwei standen dahinter.
Zur Musik konnten die vorn stehenden Personen sich frei mit Armen und Oberkörper bewegen und wurde von der linken Person mit dem linken Arm und der rechten Person mit dem rechten Arm begleitet. Im Anschluss tauschten wir uns in  Kleingruppen aus. Es wurden Gefühle wie Wärme oder Kälte geäußert und Kraft geben, begleiten war intensiv für viele spürbar.

Doch auch dieses schöne Wochenende ging zu Ende.
Im abschließendem Plenum haben wir das gesamte Seminar Revue passieren lassen und jeder hatte noch mal die Möglichkeit, sein ganz persönliches Dankeschön an zwei hervorragende Referentinnen zum Ausdruck zu bringen. Abschließend  können wir mit Fug und Recht sagen, dass wir unseren eigenen Körper mal ganz anders wahrgenommen haben. Nun gilt es, diesen Schatz an Erfahrungen möglichst lange in Erinnerung zu halten.


Schüler der Johann-Gutenberg-Schule werden aktiv

Schon vor einem Jahr war Ralf Koritko in der 5. Klasse der Johann-Gutenberg-Hauptschule zu Gast.
Neben der Vorstellung der Hospizarbeit warb Koritko für eine Bilderausstellung zum Thema: „Leben und Sterben“.
Im Sommer, kurz vor den Sommerferien, klingelte mal wieder das Handy der Hospizbewegung. Frau Marlies von Buchholz, Lehrerin an der Johann-Gutenberg-Schule, fragte nach, ob ihre Schüler/innen im Herbst eine Umfrage zum Bekanntheitsgrad der Hospizbewegung durchführen dürften.
Diese Idee wurde von den Mitarbeitern im Öffentlichkeitsausschuss der ambulanten Hospizbewegung begeistert aufgenommen.
Koritko hat nochmals die Klasse besucht und gemeinsam mit allen Beteiligten einen Fragebogen entwickelt.
Am 28. Oktober 2005 war es dann so weit. Um 10.00 Uhr trafen sich alle in der Stadt, natürlich mit den Lokalmedien. Voller Aufregung stürmten die  Schüler und Schülerinnen zu ihren vereinbarten Standorten, um endlich mit der Fragebogenaktion zu beginnen.
Um 12.00 Uhr trafen sich alle an der Treppe der Viktor-Kirche, erschöpft aber zufrieden, wieder.
Frau von Buchholz konnte es kaum glauben. Die Kinder hatten 191 Bürgerinnen und Bürger in den 2 Stunden befragt. Mit diesem Erfolg hatte keiner gerechnet.

Das Thema Hospiz ist dank der Schüler/innen der Klasse 6a und 6b der Johann-Gutenberg-Hauptschule in der Bevölkerung Dülmens wieder bekannter geworden.


Liebe Mitglieder und Freunde der Dülmener Hospizbewegung,

Hauptanliegen der Hospizidee ist es, Begleitungen von unheilbar Schwerkranken durchzuführen, also Menschen, deren Leben sich dem Ende zuneigt, nahe zu sein. Ein weiteres Ziel besteht darin, die Begriffe Tod und
Sterben in der Öffentlichkeit immer wieder anzusprechen, sie wieder in unser Leben zu integrieren und den Menschen Mut zu machen, der letzten Herausforderung des Lebens bewusst und hoffnungsvoll zu begegnen.

Sieben Jahre nach Gründung unseres Vereins haben wir durch unsere Öffentlichkeitsarbeit erreicht, dass man unsere Bewegung und ihre Ziele in Dülmen kennt, was nicht jede gemeinnützige Institution von sich behaupten kann. Dies hat die gerade von unserem Koordinator, Herrn Koritko, initiierte Aktion bewiesen, bei welcher Schulkinder in der Dülmener Innenstadt Befragungen bei Dülmener Bürgern durchgeführt haben. Hier kurz die doch erfreulichen Ergebnisse von 191 Befragungen, die beweisen, dass unser Wirken in Dülmen Aufmerksamkeit erzeugt hat:

Haben Sie schon einmal etwas von der ambulanten Hospizbewegung in Dülmen gehört?
                             ja 58%                                  nein 42%
Finden Sie es gut, dass es eine ambulante Hospizbewegung gibt?
                             ja 92%                                  nein  8%

Haben Sie davon gehört, dass in Dülmen ein stationäres Hospiz gebaut wird?
                             ja 84%                                  nein 16%

Finden Sie den Bau eines stationären Hospizes gut?
                             ja 93%                                  nein  7%

Können Sie sich vorstellen, die Hospizbewegung zu unterstützen?
                             ja 70%                                  nein 30%

Wenn in Ihrer Familie jemand schwer krank sein wäre, könnten Sie sich vorstellen, eine Unterstützung der Hospizbewegung in Anspruch zu nehmen?
                             ja 83%                                  nein 17%

Bereits im Frühjahr dieses Jahres hatten wir im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit eine Aktion durchgeführt, bei welcher die Dülmener Hospizbewegung mit der tatkräftigen Unterstützung von Lehrerinnen, Lehrern und Erzieherinnen in einem Kindergarten, in Grund- und Hauptschulen, in einer Realschule und auf einem hiesigen Gymnasium Kinder und Jugendliche zwischen einem Lebensalter von 5 – 16 Jahren zum Thema „Tod und Sterben“ sensibilisieren wollte. Mit einer stil- und gehaltvollen Gottesdienstfeier in der St. Viktor-Kirche, die mit und von Kindern gestaltet wurde, begann der Tag damals und wurde abgerundet von einer Ausstellung von Kinderbildern zum Thema „Tod und Trauer“ in der evangelischen Christuskirche.

Diese Aktionen mit Jugendlichen setzen einen deutlichen Akzent zu den unseligen Halloween-Umzügen in diesen Herbsttagen vor Allerheiligen, welche nicht selten in kriminellen Handlungen enden.

Wir dürfen zuversichtlich in die Zukunft blicken. Wie Ihnen aus der Presse bekannt ist, erfolgte Anfang August d.J. der 1. Spatenstich für die Errichtung des stationären Hospizes im Schatten des Franz-Hospitals auf der Straße „Am Schlossgarten“, nachdem die Stiftung Wohlfahrtspflege uns, d.h. der „Hospiz Anna Katharina gGmbH“, einer Gesellschaft mit den Gesellschaftern
                                    Hl.-Geist-Stift zu 51 % Anteilen und
                                    Hospizbewegung Dülmen e.V. zu 49 % Anteilen
 
im März für den Bau und die Erstausstattung des ersten stationären Hospizes im Kreis Coesfeld auf Antrag eine Förderung  mit 740.000 Euro zugesagt hatte. Die Baumaßnahme für acht Hospizplätze und zwei Angehörigenzimmer macht sichtbare Fortschritte, um die Jahreswende wird das Richtfest begangen werden können. Wir rechnen damit, dass die Einrichtung im Juli/August 2006 bezogen werden kann.
 
Der Vorstand  wünscht allen Mitgliedern und Helfern der Hospizbewegung besinnliche und frohe adventliche Tage, verbunden mit einem Dank für die geleistete Arbeit und Hilfe.

Dr. Hans Joachim Böck (1. Vorsitzender)


Termine

Montags 14- 16.00 Uhr Sprechstunde des Koordinators Ralf Koritko im DRK-Heim, August-Schlüter-Straße
Mittwochs 16 – 18.00 Uhr Im Raum 34 des Franz-Hospital mit Mitarbeitern/innen der ambulanten Hospizbewegung
Jeden 1. Montag im Monat 20.00 Uhr Treffen der Ehrenamtlichen im DRK-Heim, August-Schlüter-Straße


Rund um die Uhr erreichen Sie die Hospizbewegung unter der Mobilfunknummer 0171 – 8925199


Trauercafé der ambulanten Hospizbewegung:

Die nächsten Termine sind am

4. Dezember 2005, 8. Januar, 5. Februar, 5. März, 2. April, 7. Mai  und
11. Juni 2006 jeweils von 10 bis 12.15 Uhr in der Familienbildungsstätte, Dülmen.

Der Ausschuss „Öffentlichkeitsarbeit“ der Hospizbewegung
 Karl-Heinz Bode, Eva Bödiger, Erika Kerkeling, Ralf Koritko, Anne Ridder


Hospiz ist Begleitung

Viele Menschen möchten ihre letzten Lebensstage in vertrauter häuslicher Umgebung verbringen. Das zu ermöglichen, hat sich die Hospizbewegung zur Aufgabe gestellt.
Helfergruppen arbeiten ehrenamtlich in vielen Städten und im ländlichen Raum.
Im Mittelpunkt der Hospizarbeit steht der schwerstkranke und sterbende Mensch mit seinen körperlichen, seelischen, spirituellen und sozialen Bedürfnissen.


Hospiz ist lebensbejahend

Wo Ängste ernst genommen werden und die Bereitschaft da ist, Leid mit auszuhalten, ist die Möglichkeit gegeben, den schwierigen Weg des Sterbens als intensiv gelebte Lebenszeit anzunehmen. Die Hospizarbeit zielt vor allem auf Fürsorge und lindernde Hilfe, nicht auf lebensver- längernde Maßnahmen. Diese lebensbejahende Grundidee schließt aktive Sterbehilfe aus.


Ehrenamtliche Hilfe

Zur Hospizarbeit gehört ganz wesentlich der Dienst der ehrenamtlichen HelferInnen. Sie unterliegen der Schweigepflicht.

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Ambulante Hospizbewegung Dülmen e.V.

Vorsitzende: Monika Holtkamp

Koordinatoren : Ralf Koritko, Susanne Erfurt

Coesfelder Strasse 21  48249 Dülmen

Tel:: 0 171 / 8 92 51 99

Sparkasse Westmünsterland

BLZ 401 545 30

Konto 18 013 086

IBAN: DE52 4015 4530 0018 0130 86
BIC: WELADE3WXXX

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