Alles wirkliche Leben ist Begegnung

Ambulante Hospizbewegung Dülmen e.V.

Martin Buber

Alles wirkliche Leben ist Begegnung
Martin Buber

Dülmen, im November 2007

Liebe Mitglieder und Freunde der Dülmener Hospizbewegung,

vor einem Jahr konnten wir, wie wir es ausdrückten, „voller Stolz“ auf das Erreichte zurückblicken, nämlich auf die Fertigstellung des „Hospizes Anna Katharina“, welches wir am 2. November 2006 feierlich einweihen konnten. Jetzt am 3. November 2007 konnte nach einem Jahr, während dessen 110 Gäste betreut wurden, der erste Geburtstag begangen werden. Die Presse berichtete eingehend darüber. Der Geschäftsführer der „Hospiz Anna Katharina gGmbH“, Herr Deipenbrock, hatte zu diesem Anlass diejenigen Menschen eingeladen, die seit der Gründung und Fertigstellung des Gebäudes mit dem Hospiz eng verbunden sind. Mit in die Feierlichkeit einbezogen war die gemeinsame Eucharistiefeier im Rahmen der Vorabendmesse, während welcher Herr Pfarrer Hans Overkämping, der 1. Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Hospiz in Nordrhein-Westfalen, eine bemerkenswerte Predigt über das Thema „Was bewirkt Hospizarbeit“ hielt.

Unsere Hospizbewegung Dülmen e.V. mit dem primären Aufgabenbereich der ambulanten Sterbebegleitung, dem Beistand und der Hilfe in der letzten Phase des Lebens im häuslichen Milieu, muss sich, was leider noch nicht richtig in das Bewusstsein der Bevölkerung eingedrungen ist, abgrenzen von der Alternative der stationären Sterbebegleitung im Hospiz. Beide Einrichtungen sind auf Spenden angewiesen, insbesondere die stationären Hospize, da nur etwa 90% der entstehenden Kosten von den Kranken- und Pflegekosten übernommen werden. Daher wurde am 7. Mai d.J. ein „Förderverein Hospiz Anna Katharina“ gegründet, um diesen Trägeranteil dauerhaft abzusichern. Zur Vorsitzenden dieses Vereins wurde Frau Margret Goß, Pflegedirektorin des St.-Vincenz-Hospitals Coesfeld, gewählt. Zweck des Vereins ist die finanzielle Unterstützung des Hospizes Anna Katharina durch das Einwerben von Spenden und von Mitgliedern, von welchen Mitgliedsbeiträge erhoben werden. Die Höhe der Jahresbeiträge wird von den Mitgliedern selbst bestimmt.

Unsere Fortbildungen und monatlichen Treffen, letztlich auch das vor 2 Jahren ins Leben gerufene Trauercafé,  konnten wir bislang nur in den Räumen der uns verbundenen Institutionen durchführen (im Hl. Geist-Stift, im Caritasgebäude, im DRK-Haus in Bahnhofsnähe weit weg vom Stadtzentrum sowie im Pavillon des betreuten Wohnens des Hl. Geist-Stift auf der Friedrich-Ruin-Straße). Daher wurde verständlicherweise der Wunsch laut, zentral einen beständigen eigenen Ort, eine Begegnungsstätte für unsere vielseitigen Veranstaltungen und Begegnungen zu suchen. Einen solchen fanden wir in einem frei gewordenen Ladenlokal auf der Coesfelder Straße 21, das wir zum Teil mit eigener Kraft, aber auch mit professionellen Handwerkern hergerichtet haben. Hier finden ab September d.J. unsere Sprechstunden für Ratsuchende, Fortbildungen, die monatlichen Treffen der Ehrenamtlichen, die organisatorische Arbeit und nicht zuletzt die bereits gut eingeführte Einrichtung unseres „Trauercafés“ statt. Nach einigen Diskussionen haben wir uns darauf geeinigt, diese Begegnungsstätte mit „Hospiz treff“ zu benennen.

Im Rahmen der Fortbildung treffen sich unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig einmal monatlich. Auf diesen Treffen werden wechselnde Themen behandelt, die die Begleitung kranker und sterbender Menschen betreffen. Seit einigen Jahren werden jedoch zusätzlich Wochenendseminare angeboten und durchgeführt. So fand jetzt Ende Oktober über 3 Tage ein Seminar mit dem Thema „Spiritualität in der Trauer- und Sterbebegleitung“ in der Akademie Klausenhof in Hamminkeln bei Wesel statt, an welchem mit hoher Beteiligung 23 Ehrenamtliche unseres Vereins teilgenommen haben. Auch diese Veranstaltung fand wie in den vergangenen Jahren eine ausgesprochen gute Resonanz.

Es sei schon jetzt darauf hingewiesen, dass wir im Mai des nächsten Jahres 2008 auf unser 10-jähriges Bestehen zurück blicken können. Den Festakt zu diesem Anlass wollen wir mit einem ökumenischen Gottesdienst am Freitag, den 30. Mai, 17.00 Uhr, in der St. Joseph-Kirche beginnen. Nähere Einzelheiten werden wir noch bekannt geben.

Im September 2008, und zwar am 3. Wochenende, den 20./21. September, wollen wir uns an dem in der Bundesrepublik seit 2001 in vielen Orten durchgeführten „Tages des Friedhofes“ beteiligen. Die Bedeutung des Friedhofes als Ruhestätte und Ort der Trauerbewältigung, aber auch als Erholungs- und Lebensraum soll an diesen Tagen den Menschen wieder näher gebracht werden. Damit soll eines unserer Ziele in der Hospizarbeit, und zwar die Enttabuisierung der Themen Sterben, Tod und Trauer erreicht werden.

Die bisher immer im Mai/Juni abgehaltenen jährlichen Mitgliederversammlungen wollen wir aus organisatorischen Gründen ab 2008 in den November verschieben.

Der Vorstand und die Ehrenamtlichen wünschen allen Mitgliedern und Freunden der Hospizbewegung eine besinnliche und adventliche Zeit. Allen sei für die geleistete Arbeit und Hilfe von Herzen gedankt.


Dr. Hans-Joachim Böck
1.Vorsitzender


Neues Gesicht im Vorstand

Da Frau Eva Weckermann für die Arbeit als Schriftführerin aus familiären Gründen nicht mehr zur Verfügung steht, musste in der Mitgliederversammlung am 6. Juni dieses Jahres das Amt neu besetzt werden. Herr Bernhard Suttrup wurde einstimmig für diese Aufgabe gewählt. Alle weiteren Vorstandsmitglieder bleiben im Amt.
Anne Ridder


Begegnungsstätte "Hospiz-Treff“

Seit Juli 2007 kann die ambulante Hospizbewegung Dülmen über eigene Räumlichkeiten verfügen. Es wurde ein Ladenlokal in der Coesfelder Straße angemietet.

Doch zuvor ein kurzer Rückblick. Gegründet wurde die ambulante Hospizbewegung 1998. Es fanden zunächst offene Treffen im Haus der Caritas ohne feste Termine statt. Während eines gemeinsamen Wochenendes der ehrenamtlichen Mitarbeiter in Rheine wurde überlegt, wie das Engagement weiter wachsen und sich stabilisieren könnte. Vereinbart wurde, sich jeweils am ersten Montagabend im Monat zu treffen. Diese Zusammenkünfte konnten dann lange Jahre in den Räumen des DRK-Heimes stattfinden.

Das zwischenzeitlich gegründete Trauercafé fand Unterstützung durch die Familienbildungsstätte Dülmen. Sie ermöglichte die ersten Treffen in deren Räumen. Kurze Zeit später konnte das monatliche Trauercafé dann in den Pavillon des Heilig-Geist-Stiftes an der Elsa-Brandström-Straße umziehen.

Fester Bestandteil der ambulanten Hospizbewegung waren auch wöchentliche Sprechstunden im Franz-Hospital Dülmen.

2006 konnte das stationäre “Hospiz Anna-Katharina” gegründet und eröffnet werden. Um in der Öffentlichkeit auch als ambulante Hospizbewegung präsent und ansprechbar zu sein, wurde die Notwendigkeit eigener Räume besonders wichtig. Nach intensiver Suche und Abwägung wurde beschlossen, die Räume im Haus Segbert an der Coesfelder Straße 21 als neue “Begegnungsstätte” einzurichten.

Mit viel Elan und Einsatz ging es dann daran, aus dem vorherigen Handarbeitsgeschäft ein gemütliches, ansprechendes Zuhause für die ambulante Hospizbewegung herzurichten. Gemeinschaftlich haben ehrenamtliche Mitarbeiter/innen Tapeten abgerissen, geputzt, Möbel und Dekoration ausgesucht, eingekauft, organisiert und viel Zeit und Energie eingebracht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Zur offiziellen Einweihung am 25.August und zum “Tag der offenen Tür“ am 26.August konnten viele Gäste begrüßt werden, und unser Koordinator, Ralf Koritko, konnte stolz sein erstes eigenes Büro präsentieren. Das sehr schön umgestaltete Ladenlokal wird nun von unseren Ehrenamtlichen für viele Aktivitäten, wie z. B. Sprechstunden, Gruppenabende, Trauercafé etc. genutzt.
Sabine Brandt und Brigitte Scheipers


Wochenendseminar der ambulanten Hospizgruppe Dülmen

Thema:         Spiritualität in der Trauer- und Sterbebegleitung
Referentin:    Monika Podbiel
Datum:         19. – 21. Oktober 2007
Ort:              Akademie Klausenhof, Hamminkeln (Dingden)
Teilnehmer:   23 Ehrenamtliche der Hospizbewegung Dülmen.

Die Referentin des Fortbildungswochenendes, Monika Podbiel, leitete am Freitagabend das Wochenende mit dem Thema “Wie sehe ich die Welt, wie finde ich meine eigene Mitte?“ ein.

Weitere Themen des Wochenendes waren:
• Was ist Spiritualität?
• Ressourcen nutzen (Innere - Äußere Kraftquellen für die Begleitung)
• Grundwünsche und Sehnsüchte des Menschen
   (Einmaligkeit, Geborgenheit. Selbständigkeit, Freiheit, etc.)
• Säulen der Identität (materielle Sicherheit, soziales Netz, Lebenskonzept,
   Arbeit und Leistung, Werte und Normen, Leiblichkeit)
• Was und wer ist der Mensch, den wir begleiten?
   Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes und unser Nächster.
• Ausgleichen der Säulen der Identität bei Wegfall von Stützpunkte

Weitere Grundlagen wurden diskutiert:
• Wer bin ich, wenn ich sterbend bin?
• Wer bin ich jetzt?
• Woher komme ich?
• Wohin gehe ich?
• Warum sterbe ich?
• Warum lebe ich?

• Sinnfrage des Lebens
• Sinnfrage des Leidens
• Sinnfrage des Todes

Auch wurden an diesem Wochenende Einzelfragen in der Sterbebegleitung erarbeitet und viele Erfahrungen ausgetauscht.
Die Wichtigkeit der Symbole
Die Bedeutung der Körpersprache

Wie wichtig ist Wahrheit? Wie direkt gehe ich mit ihr um, kann ich sie wie “einen schützenden Mantel” um eine Person legen?

Neben der Erarbeitung dieser Themen wurde die angenehme Gesprächsatmosphäre, der Gruppenzusammenhalt und die Offenheit während der Gespräche von allen Teilnehmern und der Referentin als besonders positiv empfunden.

Fazit:
Die Frage der Spiritualität wurde von der Gruppe am Ende dieses Wochenendes sehr viel differenzierter betrachtet. Ihre Bedeutung in der Trauer- und Sterbebegleitung sowie auch im Alltäglichen, wurde von den meisten Teilnehmern zuvor unterschätzt.
Praktische Hilfen zur Anwendung und Betrachtung bewirkten neue Perspektiven und eine tiefgründige Erarbeitung.
Lassen sie uns die “Tragflächen des Sterbenden verbreitern und nicht selber tragen”!
Christel Büscher


Monatstreffen der Ehrenamtlichen im ambulanten Hospiz

Auch in diesem Jahr trafen sich an jedem 1. Montag im Monat die ehrenamtlichen Mitglieder der Hospizbewegung Dülmen zum Gedankenaustausch und zur Pflege des guten Miteinander.

Der Koordinator, Ralf Koritko. informierte über
• aktuelle Begleitungen,
• wo und wann Fortbildungen angeboten werden,
• wann Hospizgruppen aus anderen Orten Austauschgespräche anbieten,
• und vieles mehr, was uns Weiterbildungsmöglichkeiten bieten kann.

Darüber hinaus war Herr Koritko bemüht, Referenten/innen zu bestimmten Themen zu gewinnen, was dann allen zugute kommt. Im laufenden Jahr haben wir gute Vorträge gehört und hatten anschließend Zeit zur Diskussion.

Die Themen waren:

Januar            Besprechung von Begleitungssituationen; intensiv in Kleingruppen.
Februar          Patientenverfügung; Segen oder Fluch?
März              Palliativpflege, was ist das eigentlich? Martina Reykowski, Pflegedienstleitung im 
                      Hospiz Anna-Katharina, referiert.
April               Die Notfallseelsorge. Referent: Herr Ness, Notfallseelsorger
Mai                Vorstellung des Leitfadens: Hospiz im Altenheim.
Juni                Gedankenaustausch zur Begleitung von Sterbenden.
Juli                 Gemütliches Beisammensein auf dem Grillplatz des Anna-Katharinen-Stift, Karthaus
August            Buchbesprechung: “Der ewige Tod” Referent Dr. Hans Böck, Vorsitzender.
September      Erstes Monatstreffen in unseren neuen Räumen, Planungen für die Raumbelegung.

Oktober          Vorstellung der Handreichungen für Ehrenamtliche im “Hospiz Anna-Katharina”.
                        Wochenende der Ehrenamtlichen in Dingden, Thema: Spiritualität, Referentin: Monika Podbiel
November       Rückblick auf das Fortbildungswochenende im Oktober, Terminplanungen, Begleitungen
Dezember       Gemeinsamer Jahresabschluss der Ehrenamtlichen der Hospizbewegung Dülmen e.V.


Die Abende der Supervision mit Herrn Ludwig, Seelsorger am Franz-Hospital, sind ein weiteres Angebot zum intensiven Austausch und um Rat und Hilfe zu bekommen.
Ralf Koritko/ Anne Ridder


Trauercafe der Hospizbewegung Dülmen

“Alles wirkliche Leben ist Begegnung” (Martin Buber), so heißt es auf unserem Flyer. Trauercafé ist Begegnung mit Menschen in gleichen Lebenssituationen.
Wir, das Team des Trauercafés, freuen uns, dass wir nun seit mehr als zwei Jahren, Trauernden einen Ort für diese Begegnung geben können.
Jeden 1. Sonntag im Monat von 10.00 — 12.00 Uhr treffen wir uns mit unseren Gästen. Beim gemeinsamen Frühstück kommen wir miteinander ins Gespräch über die derzeitigen Ängste, Gedanken, Einsamkeit, die veränderte Lebenssituation und Unternehmungen. Sich selbst und ihren Gefühlen mehr Zuwendung und Beachtung zu schenken, dazu ermutigen wir unsere Gäste.
Das Trauercafé soll für sie ein Ort sein, an dem sie sich angenommen fühlen und ernst genommen werden. Dabei spielt es keine Rolle, welche Gefühle an diesem Tag bei ihnen dominieren. Viele unserer Gäste, die schon über eine längere Zeit zu uns kommen, haben Freunde und gute Bekannte gefunden. Sie unternehmen am Wochenende etwas gemeinsam und tauschen sich auch außerhalb des Trauercafés aus.
Ein Gast sagte am Sonntag: “Die Tür zum Café zum ersten Mal zu öffnen, macht Mut, auch weitere Türen zu öffnen!”
Wir freuen uns, dass wir die Entscheidung getroffen haben, einen Ort für Trauernde anzubieten. Die große Resonanz hat uns selber überrascht. Wir möchten uns bei allen, die uns ihr Vertrauen schenken, bedanken. Auch wir werden an jedem 1. Sonntag beschenkt und lernen Neues durch die Erfahrungen der Gäste.

Mitarbeiterinnen im Trauercafé:
Angela Kathmann, Brigitte Scheipers, Edeltraud Benson, Elisabeth Rölfer, Hildegard Wilkes, Walburga Dilkaute.


Was heißt das eigentlich - Sterbebegleitung?

Wenn ambulante Hospizdienste ihre Arbeit der Öffentlichkeit nahe zu bringen versuchen, so findet man in Flyern, in den Pressemitteilungen oder anderen Veröffentlichungen immer diese oder ähnliche Formulierungen: “Wir begleiten Sterbende...” oder “wir bieten Sterbebegleitung an“.

Auf der anderen Seite höre ich von vielen Hospizdiensten entweder: wir haben wenig Anfragen oder: wir werden viel häufiger für die Begleitung der Trauernden als für die Sterbebegleitung angefragt.

Immer wieder frage ich mich, was bewegt manche Menschen mit schwerstkranken Angehörigen, Hilfe anzufordern oder dieses nicht tun.

Natürlich sollten wir berücksichtigen, dass viele Familiensysteme gut in der Lage sind, mit der Situation um das Sterben und dem Tod eines Angehörigen gemeinsam umzugehen, sich gegenseitig zu stützen oder eigene Kräfte zu sehen und zu mobilisieren, auch wenn die Zeit der großen Familien zu Ende geht.

Auf der anderen Seite bin ich der Überzeugung, dass viele Familien von sterbenden Angehörigen gar nicht (immer noch nicht) wissen, was Hospizdienste tatsächlich für sie leisten können. So stößt man auf Aussagen wie diese: “Hätten wir gewusst, dass die Mitarbeiterin des Hospizdienstes auf diese Art und Weise für uns da ist, hätten wir schon viel früher dort angerufen”. Dies von einem Ehepaar mit einer erwachsenen verstorbenen Tochter, das mehr oder weniger durch Zufall in den Kontakt mit dem Hospizdienst gekommen ist.

“Sterbebegleitung” - so wie es manchmal ohne weitere Erklärung als Angebot des Hospizdienstes postuliert wird - ist möglicherweise genau das, was einige Familien nicht möchten. Im Sterbeprozess dem Menschen nahe zu sein, den man liebt, ist den meisten Angehörigen und anderen Nahestehenden sehr wichtig. Das braucht niemand anderes zu tun. Wenn dann also in der Pressemitteilung eines Dienstes die ersten Sätze lauten: “Wenn jemand stirbt, sitzen häufig Mitarbeiter der Hospizbewegung an seinem Bett, halten die Hand und begleiten den Sterbenden in seinen letzten Tagen”, wie muss das auf Schwerstkranke und/oder ihre Nahestehenden wirken? Vielleicht brauchen Familien mit einem sterbenden Angehörigen in Einzelfällen jemanden, der sich an das Bett des kranken Ehemannes, Vaters, der Schwester setzt. Aber möglicherweise brauchen sie andere Dinge noch viel mehr. Sie brauchen vielleicht ein Gespräch, sie brauchen vielleicht eine Stunde Freiraum, sie brauchen vielleicht jemanden, der ihnen hilft, mit den Kindern des Sterbenden zu sprechen, sie sind vielleicht froh, wenn ihnen jemand beim Formulieren der Patientenverfügung hilft, sie brauchen so vieles, was sie jedoch in den örtlichen Veröffentlichungen über die Arbeit des Hospizdienstes oftmals nicht finden.
Ich höre die Tochter einer verstorbenen Mutter sagen: “Ich hatte damals keine Probleme damit, bei meiner Mutter zu sein, sie zu pflegen, sie zu waschen und vieles mehr. Aber meine Mutter war in ihrem gesamten Leben eine starke Frau, sowohl körperlich als auch in ihrer Persönlichkeit. Wofür ich zu dem Zeitpunkt jemanden gebraucht hätte, wäre eine Person gewesen, mit der ich hätte über meine Mutter sprechen können. Darüber, wie sie war und was nun aus ihr wurde. Darüber, wie ich es schaffen konnte, mich von dem Bild meiner starken Mutter zu verabschieden. ”Sie wusste nicht, dass sie auch dafür jemanden vom Hospizdienst hätte ansprechen können.

Immer mal wieder stelle ich die Frage an Mitarbeitende aus der Hospizarbeit, ob sie bei einem Sterbefall in der eigenen Familie in der Vergangenheit jemanden aus dem Hospizdienst angefragt haben. Immer wieder bekomme ich sehr verhaltenen Antworten und initiiere dadurch eine Diskussion darüber, wie sie bisher nicht stattgefunden hat. Die eigene Auseinandersetzung der Hospizmitarbeiterin darüber, wann, unter welchen Umständen, mit welchen Intentionen sie einen Hospizdienst rufen würde, führt häufig zu einem Umdenken. Nicht zuletzt erlaubt sei die Frage, warum habe ich selbst in der Situation keine Hilfe von außen geholt? Der Perspektivwechsel ermöglicht es, den Blick für den tatsächlichen Bedarf (und auch für Zurückhaltung) der Familien zu erkennen.

Die Hospizdienste begegnen in der Regel diesem tatsächlichen Bedarf seit langem. Sie haben immer die gesamte Familie im Blick. Sie bemühen sich, sowohl den Bedürfnissen der Sterbenden als auch der Nahestehenden gerecht zu werden. Sie klären genauestens, welchen Auftrag sie von welchem Familienmitglied bekommen. Sie schicken je nach Bedarf häufig mehr als eine Begleiterin in die Familie. Sie befähigen Mitarbeiter/innen zur Mitarbeit in den vielfältigen Bereichen dessen, was ihnen in den Familien begegnen kann, wie z.B. Demenzerkrankungen, Suchtprobleme, Schuld und vieles mehr. (Und sie befähigen auch dazu, die Hand eines Sterbenden nur dann zu halten, wenn das tatsächlich und deutlich gewünscht wird!)

All das, was Hospizdienste von Beginn an tun, geht weit über den eigentlichen Begriff der Sterbebegleitung hinaus. Die Hospizbewegung selbst sieht auch den Begriff der Sterbebegleitung seit jeher viel weiter gefasst als er vom Wortstamm her bedeutet. Und sie ist auch in der Lage, den Bedürfnissen der Familien weit über die Begleitung der Sterbenden hinaus zu begegnen. Aber woher soll die Öffentlichkeit das wissen? Alles muss in Sprache gefasst werden, was wirklich getan wird. Hospizarbeit bedeutet eben nicht die Reduktion auf das Sitzen am Sterbebett, sondern umfasst ein wesentlich differenzierteres Angebot an Leistungen, Maßnahmen und Empfehlungen.

Gerade im Hospizbereich wissen wir, wie wichtig es ist, empathisch, konkret und differenziert zu kommunizieren. Sind wir also in der Lage, den Menschen in schweren Stunden des Abschieds die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie benötigen bzw. die sie sich wünschen, dann sollten wir es ihnen auch mit genau diesen Worten vermitteln.
Gerlinde Dingerkus


Termine

Montags                      16 – 18.00 Uhr     Sprechstunde des Koordinators Ralf Koritko

Mittwochs                   16 – 18.00 Uhr      Sprechstunde mit Mitarbeitern/ innen der Hospizbewegung
Freitags                      10 – 12.00 Uhr      Sprechstunde mit Mitarbeitern/ innen der Hospizbewegung
 
Jeden 1. Montag          20.00 Uhr             Treffen der Ehrenamtlichen im „Hospiz-Treff“

Alle Veranstaltungen finden im neuen  „Hospiz-Treff“, Coesfelder Straße 21, statt. Telefonnummer: 5092447

Rund um die Uhr erreichen Sie die ambulante Hospizbewegung unter der Mobilfunknummer: 0171 —8925199

Trauercafe der ambulanten Hospizbewegung:

Die nächsten Termine sind am:
06. Januar, 03. Februar, 02. März, 06. April, 04. Mai, 01. Juni, 06. Juli, 02. August, 07. September, 05. Oktober, 02. November und 07. Dezember 2008 jeweils von 10 — 12.00 Uhr im  „Hospiz-Treff“, Coesfelder Straße 21


ENGEL

Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel.
Sie gehen leise, sie müssen nicht schrein,
oft sind sie alt und hässlich und klein,
die Engel.

Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand,
die Engel.
Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand,
oder er wohnt neben dir, Wand an Wand,
der Engel

Dem Hungernden hat er das Brot gebracht,
der Engel.
Dem Kranken hat er das Bett gemacht,
und er hört, wenn du ihn rufst, in der Nacht,
der Engel.

Er steht im Weg und er sagt: Nein,
der Engel,
groß wie ein Pfahl und hart wie ein Stein –
es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel.
Rudolf Otto Wiemer

Der Ausschuss “Öffentlichkeitsarbeit” der Hospizbewegung
Klaus Benze, Karl-Heinz Bode, Christel Büscher,
Erika Kerkeling, Ralf Koritko, Anne Ridder.

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Ambulante Hospizbewegung Dülmen e.V.

Vorsitzende: Monika Holtkamp

Koordinatoren : Ralf Koritko, Susanne Erfurt

Coesfelder Strasse 21  48249 Dülmen

Tel:: 0 171 / 8 92 51 99

Sparkasse Westmünsterland

BLZ 401 545 30

Konto 18 013 086

IBAN: DE52 4015 4530 0018 0130 86
BIC: WELADE3WXXX

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