Alles wirkliche Leben ist Begegnung

Ambulante Hospizbewegung Dülmen e.V.

Martin Buber

Rückblick 2008 - Vorschau 2009

  Die Tage
  in unserer hektischen Zeit
  sind kürzer geworden.

  Denke daran,
  wenn das Jahr sich neigt.

  Sterne der Weihnacht
  sind eine Verpflichtung,
  auch für dich
  und für heute und morgen.

  Schmücke dich festlich
  in deinem Denken
  und inneren Wünschen
  und auch in der Liebe
  für deinen Nächsten!

  Die Zeit
  und die Menschen
  haben es nötig.

  (Peter Coryllis) 

      Allen Mitgliedern und Freunden der Hospizbewegung Dülmen wünschen wir von Herzen einen besinnlichen Advent mit Zeit für Ruhe und Einkehr, ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in das Neue Jahr 2009!

Die Ehrenamtlichen der Hospizbewegung



Dülmen, im November 2008

Liebe Mitglieder und Freunde der Dülmener Hospizbewegung,

in den Grußworten vom November 2007 wurden für das Jahr 2008 die folgenden größeren Vorhaben angesprochen, und zwar
• die Feier unseres 10-jährigen Bestehens im Mai und
• die Mitgestaltung des „Tages des Friedhofs“ am 3. Septemberwochenende

Am 30. Mai, fast auf den Tag genau 10 Jahre nach unserer Gründung, begingen wir unser 10-jähriges Jubiläum mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Joseph-Kirche, der von unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern/Innen zusammen mit Herrn Dechanten Davis Puthussery von der katholischen und  Herrn  Pfarrer Gerd   Oevermann von der  evangelischen Seite würdig gestaltet wurde, dies unter dem Martin-Buber-Wort „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“.

Anschließend hatten wir zu einem kleinen Imbiss und Umtrunk ins Pfarrheim eingeladen, wo Grußworte und Glückwünsche unter anderem von dem stellvertretenden Bürgermeister, Herrn Ulrich Schneider, von der Leiterin der Ansprechstelle des Landes NRW für Sterbende, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung „ALPHA“, Frau Gerlinde Dingerkus, und von dem Leiter des  „Hospizes Anna Katharina“, Herrn Martin Suschek, gesprochen wurden. Obwohl alle Vereins- und alle Gründungsmitglieder des Jahres 1998 eingeladen waren, war die Beteiligung für uns, die wir uns in der Vorbereitung sehr viel Mühe gegeben hatten, etwas enttäuschend.

Die Vorbereitungen für die Gestaltung des 1. „Tages des Friedhofs“ in Dülmen, der in Deutschland in vielen Städten seit dem Jahr 2001 begangen wird, und zwar immer an einem Tag des 3. Septemberwochenendes, begannen bereits im März. Die Initiative war hier in Dülmen von unserer Hospizbewegung ausgegangen. Ziel der Veranstaltung sollte sein, die Bedeutung des Friedhofs als Ort der Ruhe und als Ort der Trauerbewältigung den Bürgern näher zu bringen und die traditionelle Friedhofskultur in das Bewusstsein der Bürger zurückzurufen. Gemeinsam mit Friedhofsgärtnern, Floristen, Steinmetzen, Bestattern, den Kirchen , der Friedhofsverwaltung, kurzum mit den Einrichtungen und Gewerken, die mit Sterben und Tod sowie mit der Bestattung zu tun haben, sollten einen Tag lang die Besucher interessante Hintergrundinformationen über das Friedhofs- und Bestattungswesen erhalten. Eingebunden hatten wir auch das  hiesige Krematorium. Ein Pendelbus brachte die Interessierten von einigen bekannt gegebenen Haltepunkten in der Stadt dorthin.

In einem rückblickenden Nachtreffen waren sich alle Beteiligten einig, diesen „Tag des Friedhofs“ in einem 2-Jahres-Rhythmus zu wiederholen.
Gerade unser Koordinator, Herr Ralf Koritko, hat sich bei der gesamten Vorbereitung mit häufigen Kontaktierungen der beteiligten Gewerke hervorragend ausgezeichnet.

Das diesjährige Fortbildungsseminar der Ehrenamtlichen mit 25 Teilnehmern fand vom 17. – 19. Oktober im Haus Ohrbeck bei Osnabrück unter dem Thema „Basale Stimulation“ statt. Unter der basalen Stimulation versteht man primär ein pädagogisches Konzept zur Verbesserung der Kommunikation mit geistig behinderten Kindern, ein Konzept, das später mit Erfolg auch auf den Bereich der Pflege dementer Patienten übertragen wurde. Unter anderem werden Erfahrungen wie das Spüren des eigenen Körpers, die Empfindung der eigenen Lage im Raum und das Kennenlernen des eigenen Inneren durch somatische, vestibuläre und vibratorische Anregungen gegeben. Es werden vornehmlich zur Steigerung der Erlebnis- und Wahrnehmungsfähigkeit die fünf basalen Sinne Sehen, Hören, Schmecken, Fühlen und Riechen  angesprochen.

Wie in den letzten Grußworten angekündigt, haben wir wegen des 10-jährigen Jubiläums im Mai die diesjährige Mitgliederversammlung auf den November verschoben, und zwar auf den 12. November.
Da satzungsgemäß die alle 2 Jahre stattfindende Neuwahl des Vorstandes durchzuführen war, stand diese Mitgliederversammlung unter einem besonderen Vorzeichen. Bereits vor 2 Jahren hatte ich angedeutet, dass ich nach 10-jähriger Vorsitztätigkeit das Amt in jüngere Hände übertragen wollte.
Mit der Wahl von Herrn Dr. Stefan Kintrup zum 1. Vorsitzenden hat die Mitgliederversammlung  eine sehr gute Wahl getroffen. Herr Dr. Kintrup, Ärztlicher Leiter des Dülmener Dialysezentrums, ist einige Jahre nach seiner Assistenzarzttätigkeit am Dülmener Franz-Hospital und an der Universitätsklinik Münster Koordinator der Deutschen Stiftung Organspende in NRW (Deutsche Stiftung Organtransplantation) gewesen.   
Innerhalb des Vorstandes kam es zu einer leichten Umbesetzung, weil der bisherige stellvertretende Vorsitzende, Herr Dr. Norbert Schürmann, aus beruflichen Gründen seine Vorstandstätigkeit niederlegen musste. Frau Walburga Dilkaute rückte in diese Position auf, ich gehe nach meinem Rücktritt vom 1. Vorsitzenden in eine  Beisitzerfunktion. Die sonstigen Ämter des Schatzmeisters, Herrn Karl-Heinz Bode, des Schriftführers, Herrn Bernhard Suttrup, und der Beisitzerinnen, Frau Hildegard Wilkes und Frau Ulrike Winkelhues, blieben unverändert.
Unsere jährlichen Mitgliederversammlungen wollen wir aus organisatorischen Gründen fortan im November, und zwar am Buß- und Bettag, abhalten, im Jahre 2009 also am 18. November.

Der alte und neue Vorstand wünscht allen Mitgliedern und Freunden der Hospizbewegung eine besinnliche und friedliche Vorweihnachtszeit. Allen sei für die geleistete Arbeit und Hilfe von Herzen gedankt.


Dr. Hans-Joachim Böck


Es sind große Fußstapfen,
 in die ich nun treten soll.

Herr Dr. Böck hat in unermüdlichem Engagement in über 10 Jahren als Gründungsmitglied und Vorsitzender der Hospizbewegung Dülmen eine immense Leistung erbracht.
Nun ist es sein Wunsch, ein wenig kürzer zu treten und ich freue mich, dass ich als sein Nachfolger seine Arbeit fortführen darf.

Da viele mich noch nicht kennen, möchte ich mich zunächst einmal vorstellen.
Mein Name ist Dr. Stefan Kintrup,  Alter 41 Jahre
Seit 1996 wohne ich nun schon in Dülmen. Ich habe damals meine erste Stelle als Arzt in der Inneren Abteilung im hiesigen Franz-Hospital angetreten.
Insgesamt viereinhalb Jahre habe ich unter den beiden Chefärzten Dr. Böck und Dr. Preßler die Grundlagen der Inneren Medizin erlernt.
Einigen Vereinsmitgliedern die im Franz-Hospital arbeiten oder arbeiteten werde ich aus dieser Zeit noch bekannt sein.
Trotz der auch damals schon hohen Arbeitsbelastung ist mir die Zeit im Franz-Hospital noch in guter Erinnerung. Denn neben einer guten medizinischen Behandlung gehörte dort auch immer der Blick auf den Menschen zu einer umfassenden Betreuung.
Ein weiterer Grund, sich gerne an das Franz-Hospital zu erinnern ist der Umstand, dass ich dort meine Ehefrau kennen gelernt habe.
In der Universitätsklinik Münster habe ich mich zum Nephrologen (Nierenfacharzt) weiterbilden lassen. Weitere Stationen waren die niedergelassene Tätigkeit als Nephrologe sowie in den Jahren 2005 und 2006 die Tätigkeit für die Deutsche Stiftung Organtransplantation.
2007 bin ich schließlich auch beruflich nach Dülmen zurückgekehrt.
Ich habe als Nachfolger von Dr. Preßler zusammen mit Dr. Bagnewski die Leitung des hiesigen KfH-Nierenzentrums übernehmen dürfen.

Ich wünsche mir, dass es mir gelingen wird, als neuer Vorsitzender der ambulanten Hospizbewegung in guter Kontinuität die bisherige Arbeit fortzusetzen und freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen.

Dr. Stefan Kintrup
 1. Vorsitzender 


Mitgliederversammlung
Insgesamt 41 Mitglieder fanden am Mittwoch, 12. Nov. 2008, den Weg ins „Hospiz treff“ um an der 10. Mitgliederversammlung teilzunehmen. Vereinsvorsitzender Dr. Hans Böck sprach bei seiner Begrüßung von  einer Generalprobe und stellte fest „es geht, wir kommen uns hier nun sehr viel näher“.  Dem war auch so, denn zwischendurch musste die Tür weit geöffnet werden, um den Versammlungsraum wieder mit frischer Luft zu versorgen. Mit 10 Punkten sah die Tagesordnung  ein umfangreiches aber auch interessantes Programm vor, zumal turnusgemäß eine Neuwahl des Vorstandes anstand.
 
Zunächst gab Vorsitzender Dr. Hans Böck in gekonnter Weise einen umfassenden Rückblick über die vergangenen 18 Monate seit der letzten Mitgliederversammlung im Juni 2007. Herausragende Ereignisse waren die zwar angemieteten, aber „eigenen“ Räumlichkeiten an der Coesfelder Straße 21. Jetzt hatte man nach Jahren der Wanderschaft ein endgültiges Zuhause mit der Bezeichnung „Hospiz treff“ gefunden. Als weiteren Höhepunkt im Berichtszeitraum nannte er das 10jährige Jubiläum, welches am 25./26. Mai 2008 gefeiert wurde, sowie auch den erstmalig in Dülmen durchgeführten „Tag des Friedhofs“ am 20. September 2008. Angesprochen wurden auch die internen Veranstaltungen, Vorstandssitzungen sowie Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen. Mittels einer Beamer-Präsentation  setzte er das Geschehene für alle Teilnehmer gut sichtbar ins Bild. Zu einigen besonderen Ereignissen wird an anderer Stelle berichtet.

Herr Hubert Deipenbrock berichtete als Geschäftsführer des Hospizes Anna Katharina gGmbH über die Entwicklung der nunmehr zwei Jahre bestehenden Einrichtung. Herr Deipenbrock bedankte sich für die Unterstützung durch die Hospizbewegung, die ja ohnehin einen erheblichen Anteil an der Verwirklichung dieses Hauses habe; dieses beziehe er auch auf  die Person des Vorsitzenden der Hospizbewegung, Herrn Dr. Böck, dem ein  stationäres Hospiz in Dülmen stets ein Herzensanliegen gewesen sei.

Über die ehrenamtliche Arbeit im ambulanten Hospizdienst informierte Koordinator Ralf Koritko. Aus dem Kreis der Trauerbegleiterinnen berichtete Angela Kathmann über das Trauercafe, welches seit September letzten Jahres auch im „Hospiz treff“ stattfindet. Auch zu diesen Punkten wird auf die Berichterstattung an anderer Stelle verwiesen.

Zusätzlich in die Tagesordnung wurde die Vorstellung des neuen Internetauftritts durch Heike Fries, die als Expertin mit dieser Aufgabe beauftragt worden war, aufgenommen. Ab sofort kann man sich unter der Internetadresse www.hospizbewegung-duelmen.de über alles was mit der ambulanten Dülmener Hospizbewegung zu tun hat,  informieren.

Kassenwart Karl-Heinz Bode gab einen detaillierten Rechnungsbericht für das Kalenderjahr 2007. Auf Vorschlag der Kassenprüfer, die eine korrekte Kassenführung bestätigten, wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

Dem Tagesordnungspunkt „Vorstandsneuwahlen“ ist vorwegzuschicken, dass der bisherige Vorsitzende, Herr Dr. Hans Böck, bereits im Vorfeld signalisiert hatte, nach 10jähriger Tätigkeit das Amt nicht mehr weiterzuführen. Galt es nun,  einen Nachfolger zu finden, was sich gerade in heutiger Zeit für eine ehrenamtliche Tätigkeit nicht einfach gestaltet. Auf Grund guter Kontakte und einiger Gespräche ist dieses jedoch gelungen. So konnten die Vorstandsneuwahlen ohne Personalprobleme zügig abgewickelt werden. In einer offenen Wahl wurden einstimmig gewählt:

     Dr. Stefan Kintrup           als Vorsitzender
     Walburga Dilkaute          als stellv. Vorsitzende
     Karl-Heinz Bode              als Kassenwart
     Bernhard Suttrup            als Schriftführer sowie
     Dr. Hans Böck,
     Hildegard Wilkes,
     Ulrike Winkelhues           als Beiratsmitglieder
                                            
Unter dem letzten Tagesordnungspunkt wurde auf Grund eines zur Mitgliederversammlung gestellten Antrages über eine Namensergänzung und Adressenänderung entschieden. Um Verwechselungen zwischen der Hospizbewegung und dem stationären Hospiz zu vermeiden, wurde als künftiger Vereinsname „Ambulante Hospizbewegung Dülmen e.V.“ beschlossen. Ebenso wurde zugestimmt, dass die offizielle Anschrift nun  „Coesfelder Straße 21“ lauten soll.

Zum Abschluss der Mitgliederversammlung richtete  Ralf Koritko noch ein besonderes Dankeschön an den bisherigen Vorsitzenden Dr. Hans Böck. Der neu gewählte Vorsitzende, Dr. Stefan Kintrup, dankte seinerseits für das in ihn gesetzte Vertrauen und bat um Unterstützung bei der weiteren Arbeit.                                                                        
Bernhard  Suttrup


10-jähriges Bestehen der ambulanten Hospizbewegung Dülmen

Die ambulante Hospizbewegung Dülmen konnte Ende Mai 2008 ihr 10jähriges Bestehen feiern. Mit Freude und Dankbarkeit blickten alle Beteiligten auf die letzten 10 Jahre zurück. Gemeinsam wurden in dieser Zeit viele Ideen in Aktionen umgesetzt.

Wir, von der ambulanten Hospizbewegung, haben uns unter anderem stark gemacht für das Trauerkaffee. Mit Kindern aus verschiedenen Schulen habe wir zum Thema „Tod und Trauer“ mit guten Erfolgen gearbeitet. Zum Beispiel haben wir in der Augustinusschule zu diesem Thema eine Projektwoche durchgeführt.

Wir könnten noch viele Beispiele nennen.

Auch für uns „Ehrenamtliche“ selbst waren die letzten zehn Jahre sehr lehrreich. Durch Fortbildungsmaßnahmen haben wir für den Umgang in der Begleitung immer wieder unser Wissen erweitern können.
 
Das 10-jährige Bestehen der Hospizbewegung war ein guter Grund, diesen Anlass ein wenig zu feiern. Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Joseph-Kirche haben wir den Tag begonnen. Dabei wurde nochmals herausgestellt, wie wichtig die Begegnung mit den Menschen ist, die wir und auch ihre Angehörigen begleiten.
Der Gospelchor der Pfarrei St. Viktor verlieh dem Gottesdienst eine besondere Note.
Anschließend trafen sich Mitglieder und Gäste der Hospizbewegung zu einem kleinen Empfang im Pfarrheim St. Joseph. Zwanglos kamen wir über unsere Tätigkeit mit den Gästen ins Gespräch.
Der Auftritt eines Clowns, der auch als Clown im Kinderkrankenhaus tätig ist, sorgte zwischenzeitlich für eine kurzweilige Unterhaltung.
Es hat sich dadurch gezeigt, dass ernste und fröhliche Dinge gut zueinander passen und sich im Einzelfall ergänzen können.
Erika Kerkeling


Wochenendseminar  der ambulanten Hospizgruppe Dülmen

Einer liebgewonnenen Tradition folgend trafen sich auch in diesem Jahr wieder fast alle ehrenamtlichen Helfer der ambulanten Hospizbewegung zu einem gemeinsamen Wochenende. Diesmal ging es vom 17.-19.10.2008 nach Haus Ohrbeck bei Georgsmarienhütte.
Unter der Leitung von Sabine Weidert aus Bochum war das Thema „Basale Stimulation“ geplant.
Am Freitag gab es nach dem Abendessen gleich einen Einstieg ins Thema.
Die Erwartungen der Teilnehmer an das Wochenende wurden gesammelt und eine erste Definition des Begriffes „Basale Stimulation“ auch im Zusammenhang mit der Tätigkeit im Rahmen der Hospizbewegung erarbeitet. Dahinter verbirgt sich mehr und vor allem anderes, als auf den ersten Blick zu vermuten ist.

Den Begriffes „Basale Stimulation“ kann man folgendermaßen erklären:
Von lateinisch basal = grundlegend und stimulatio = Anreiz, Anregung, bedeutet er die Aktivierung der Wahrnehmungs-
bereiche und die Anregung primärer Körper- und Bewegungserfahrungen sowie Angebote zur Herausbildung einer individuellen non-verbalen Kommunikation bei Menschen, deren Fähigkeit zur Wahrnehmung und Kommunikation erheblich beeinträchtigt ist.
Dies kann auch bei Sterbenden der Fall sein.
Mit einfachsten Möglichkeiten wird versucht, den Kontakt aufzunehmen und den Menschen den Zugang zu ihrer Umgebung und ihren Mitmenschen zu ermöglichen.
Die Basale Stimulation wurde von Prof. Andreas Fröhlich ab 1975 entwickelt. Sie versteht sich als pädagogisches Konzept und nicht als therapeutische Technik. Das Konzept wurde von Prof. Christel Bienstein zusammen mit Fröhlich in den Bereich der Pflege übertragen.
Es werden mit diesem Konzept Wahrnehmungserfahrungen angeboten, wie das Spüren des eigenen Körpers (Haut als Kontaktstelle zur Außenwelt), die Empfindung der eigenen Lage im Raum (Koordination) und das Kennenlernen des eigenen Inneren (z.B. der Muskulatur) durch somatische, vestibuläre (Gleichgewichtssinn) und vibratorische Anregungen.
Außerdem werden fünf Sinne angesprochen (Sehen, Hören, Schmecken, Fühlen, Riechen), wie die folgenden Beispiele zeigen:
 Singen, Summen oder die Vibration eines Instrumentes selbst spüren lassen.
 Stimulation durch wechselnde Lagerung, auch in Räumen mit Menschen und im Freien.
 Die Nahrungsaufnahme, wenn möglich, reizvoll und angenehm gestalten.
 Rhythmus, der sich erkennbar wiederholt, im Tageslauf.
 Tätigkeiten mit Sprache begleiten, auch Erzählen.
Jede Eigentätigkeit, die möglich ist, wird unterstützt, ebenso jeder Ansatz, der wie eine Antwort wirkt oder ein gegenseitiges Miteinander entstehen lässt.

Am Samstag ging es tiefer ins Thema. Dabei wurde ein Schwerpunkt auf die Leibphilosophie gelegt.
Dazu musste unter anderem erst einmal der Unterschied zwischen Körper und Leib klar werden.
Es war sehr interessant zu erkennen, wie sehr sich diese beiden Begriffe unterscheiden. Andererseits aber sind sie sehr verbunden wenn man erkennt, wie der Körper leibliches Erleben deutlich zum Ausdruck bringen kann.
Die leibliche Resonanzfähigkeit bzw. Schwingungsfähigkeit wurde bei der Betrachtung von Bildern des Malers Otto Dix persönlich erfahrbar.
Darüber hinaus konnte jeder seine eigene Kreativität durch gestalten von Bildern, Objekten oder Texten einbringen. Hier stand das Thema „Begegnung“ und „Mitfühlen“ im Mittelpunkt.
Eine weitere Einheit beschäftigte sich mit der Wahrnehmung jedes Einzelnen.
Dabei ging es um Wahrnehmung jeder Art, die stimulieren und Menschen auf „Umwegen“ erreichen kann, die nur sie selbst erarbeiten können. So kann Stimulation durch Töne/Schwingungen oder die Wahrnehmung verschiedener Materialien/Oberflächen erfolgen.
Passend zum Thema war auch der gemeinschaftliche „Gottesdienst in der Baustelle“. Die Hauskapelle wurde renoviert und war gerade „entkernt“. Es war ein Erlebnis besonderer Art hier und unter dem Thema des Wochenendes eine Eucharistie zu feiern.
Nach der letzten thematischen Einheit war Gelegenheit zum persönlichen Austausch in einer angenehmen Atmosphäre.
Am Sonntag Mittag ging die Veranstaltung zu Ende. Noch einmal brachte Sabine Weidert in einfühlsamem Wechsel zwischen Vermittlung von Theorie und individuelle Einbeziehung der Teilnehmer das Thema hautnah an alle heran. Durch die Anwendung von unterstützenden Atemübungen mit einem Partner war zu erfahren, wie einfach und doch intensiv die Begriffe Wahrnehmung, Begegnung und Köpersprache erlebt werden können.
Auch eine Übung, in der die unterschiedliche Art der Berührung geübt wurde, brachte eindrückliche Erkenntnisse.
Es ist wichtig, dass ich den Partner möglichst flächig, d. h. mit der ganzen Hand, und in einem Bereich des Körpers berühre, wo es ihm angenehm ist. Eine bestimmte Art der Berührung kann sich auch zu einem Ritual entwickeln, das dann Beginn und Ende der Begegnung bestimmt.

Hinter allen liegt nun ein in vieler Hinsicht bereicherndes Wochenende, das viele Ansätze für die Hospizarbeit gibt. Das Wochenende vermittelte die Erkenntnis, dass der Weg oft wichtiger ist als das Ziel und ein „Koffer voller griffbereiter Werkzeuge“. Es wurde klar, dass Körpersprache auch anders verstanden werden kann, als eine Weitergabe von definierten Zeichen mit klarer Deutung.
Ein weiteres Wochenende im nächsten Jahr ist geplant – ein Wiedersehen mit Sabine Weidert nicht ausgeschlossen.
Der Dank der Ehrenamtlichen geht an alle, die diese Tage ermöglicht haben!
Klaus Benze


Hospiz in der Schule

Im November 2007 führte ein Team der ambulanten Hospizbewegung erstmalig das Projekt „Sterben in Würde“
mit 15 Jugendlichen der Hermann–Leeser-Realschule durch.
Durch den Projektcharakter reichte das Alter der Kinder klassenübergreifend von 12 – 16 Jahren.

Drei Schultage wurden folgendermaßen aufgegliedert:

• 1. Tag: Vorstellen der Ambulanten Hospizbewegung und  Eigenerfahrungen  der Schüler bezüglich Tod und Trauer sammeln.

• 2. Tag:  Besuch der Palliativstation im Franz-Hospital Dülmen mit Vorträgen von Dr. Moschner und der leitenden Stationsschwester Veronika Gemmeke.

• 3. Tag:  Besuch des Hospizes „Anna Katharina“  mit Einführung durch Herrn Suscheck und Besuch des Bestattungsinstitutes Wielens.
                   
Diese drei Projekttage sind bei den SchülerInnen auf reges Interesse gestoßen. Sie stellten viele Fragen und gingen recht offen mit dem schwierigen Thema Tod und Trauer um.
An der Herstellung von Plakaten, die den Kindern bildlich die drei Säulen vor Augen führte, wurde aktiv und mit viel Eigeninitiative gearbeitet.
Besonders die Sensibilität und Offenheit der Kinder, während der Gesprächsrunden, war auffällig.
Zu einem späteren Zeitpunkt stellte Frau Küper, die Projektleiterin, gemeinsam mit den Jugendlichen die Ergebnisse der drei Tage den Eltern vor.
Christel Büscher



Tag des Friedhofs in Dülmen

Im Jahr 2001 fand in Deutschland der erste „Tag des Friedhofs“ am dritten Wochenende im September statt und ist seitdem eine feste Einrichtung geworden. Auf Anregung und unter Federführung der Hospizbewegung Dülmen e. V. wurde diese Veranstaltung in Dülmen erstmals am 20. September 2008 durchgeführt. Zunächst galt es Kirchen, Firmen, Vereine und Verbände, Schulen und Menschen zu interessieren, die mit dieser Thematik befasst sind. Erfreulich dann das positive Echo. Die Zentralrendantur als Friedhofsverwaltung, Kirchen, die Kardinal-von-Galen-Hauptschule, Bestattungsinstitute, eine Buchhandlung, ein Cafe, Floristen, kirchliche Institutionen, das Krematorium, Trauerbegleiterinnen und Trauerrednerinnen konnten gewonnen werden. In mehreren vorbereitenden Sitzungen ist dann ein vielseitiges Programm zusammengestellt worden. Für die Bevölkerung wurde ein kostenfreier Pendelbusverkehr aus der Stadt zum Waldfriedhof und zum Krematorium und wieder zurück in die Stadt, eingerichtet. Für das leibliche Wohl der Besucher war ebenfalls gesorgt. In einem Cafe wurden Kaffee und Kuchen und Getränke angeboten. Die stellvertretende Bürgermeisterin Irmgard Knoke eröffnete mit einem Dank an alle Beteiligten um 11 Uhr in der Trauerhalle die Veranstaltung. Im Vorfeld entwickelten Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b der Kardinal-von-Galen-Hauptschule kleine farbige Sargmodelle. Nach einem dieser Modelle wurde ein von Josef Wielens gefertigter Kiefernsarg bemalt und auf dem Waldfriedhof ausgestellt. Kinder von Besuchern konnten ebenfalls kleine Pappsärge bemalen. „Sterbebegleitung ist Lebensbegleitung“, unter diesem Motto stellte der Koordinator Ralf Koritko die ehrenamtliche Arbeit der Hospizbewegung vor. Die Kirchengemeinde Heilig Kreuz hatte mit dem Titel “Werte einer christlichen Trauerkultur“ eine Totengebetsmappe entwickelt, die bei Bedarf ausgeliehen werden kann. Trauerbegleiterinnen der Hospizbewegung Dülmen berichteten über ihre Arbeit, „Wer trauert ist nicht krank“ so ihre Aussage. An den vielen Ständen wurden mündliche oder in Schriftform gefasste ausführliche Informationen zum Thema „Tod und Sterben“ gegeben. Wie Grabgestaltung oder Bepflanzung aussehen kann, wurde von Gärtnern und Floristen anschaulich dargestellt. In einer lebendigen Werkstatt mit einer Grabsteinausstellung ermöglichte ein Steinmetz den Besuchern selbst eine Figur aus Sandstein zu fertigen. Zwei Friedhofsführungen wurden angeboten und ein Bagger demonstrierte wie ein Grab ausgehoben wird. Einer der beiden Abschiedsräume des Friedhofs konnte ausgestaltet und dekoriert besichtigt werden. In der Trauerhalle wurde ein abwechslungsreiches Programm dargeboten. So zum Beispiel: ein Bericht über die Historie der Dülmener Friedhöfe, eine Lesung für Kinder aus dem Buch „Regenbogenfisch“, ebenfalls vorgelesen wurden Texte über Liebe und Trost. Der Kantor der St. Viktor Kirche, Christoph Falley brachte auf dem Saxophon das VoxSaxOrganum zu Gehör. „Hast du Freunde unter den Toten?“ unter diesem Titel hat Pastor Peter Nienhaus die Gedanken eines katholischen Priesters dargestellt. Musik in der Sterbebegleitung mit dem Monochord bot Rosemarie Schoofs dar. Eine Einführung in die Architektur der Trauerhalle gab Architekt Franz König interessierten Zuhörern. Der Krankenhausseelsorger Hans-Jürgen Ludwig trug seine Gedanken vor unter dem Motto “ Vater unser, Herr dein Wille geschehe“.
Mit dem Bildvortrag der Hospizbewegung Dülmen „Leben vor dem Tod“ endete das Programm in der Trauerhalle. Ein großes Lob für die Veranstalter in Dülmen hatte eine auswärtige Besucherin, die auch andere Veranstaltungen zum „Tag des Friedhofs“ besucht hatte, in dem sie äußerte: „Hier in Dülmen ist es super“.
Karl-Heinz Bode



Monatstreffen der Ehrenamtlichen im ambulanten Hospiz

Auch in diesem Jahr trafen sich an jedem 1. Montag im Monat die ehrenamtlichen Mitglieder der Hospizbewegung Dülmen zum Gedankenaustausch und zur Pflege des guten Miteinander.
Der Koordinator, Ralf Koritko, informierte über

• aktuelle Begleitungen,
• wo und wann Fortbildungen angeboten werden,
• wann Hospizgruppen aus anderen Orten Austauschgespräche anbieten,
• und vieles mehr, was uns Weiterbildungsmöglichkeiten bieten kann.

Darüber hinaus war Herr Koritko bemüht, Referenten/innen zu bestimmten Themen zu gewinnen, was dann allen zugute kommt. Im laufenden Jahr haben wir gute Vorträge gehört und hatten anschließend Zeit zur Diskussion.

Die Themen waren:

Januar Planung des Programms für das Jahr 2008
Februar Ehrenamtliche Tätigkeiten in 2007
März Filmabend „Noch 16 Tage“ mit anschließender Diskussion
April Spiritualität in der Sterbebegleitung
Mai Fahrt nach Coesfeld und dort Besichtigung des „Ruheforst“
Juni Handreichung Ehrenamt im Hospiz Anna-Katharina
Juli Gemütliches Beisammensein auf dem Grillplatz des Anna-Katharinen-Stift, Karthaus
August Planung des Fortbildungswochenendes im Oktober
September Berichte und Aussprache über durchgeführte Begleitungen
Oktober Informationen über das geplante Palliativnetz im Kreis Coesfeld
November Austausch über die AG’s Trauer, Öffentlichkeit, Schule und Bericht über Begleitungen
Dezember Dankeschönabend für zehn Jahre ehrenamtliche Tätigkeit

Die Abende der Supervision mit Herrn Ludwig, Seelsorger am Franz-Hospital, sind ein weiteres Angebot zum intensiven Austausch, und um Rat und Hilfe zu bekommen.
Ralf Koritko/Anne Ridder


Trauercafe der  Hospizbewegung Dülmen

Unser Trauercafe hat sich in den neuen Räumen des Hospiz-Treff fest etabliert mit durchschnittlich 25 Gästen am 1. Sonntag eines jeden Monats. Trauernde können ohne Anmeldung von diesem Angebot gebrauch machen.
Mit dem Symbol des römischen Gottes Janus, der zwei Gesichter hat –ein vorwärts und ein rückwärts gewandtes- lässt sich die Erfahrung der Trauernden, die unser Cafe aufsuchen, gut beschreiben. Es ist einerseits die starke Bindung zum verstorbenen Menschen, der nicht mehr da ist und andererseits die Erfahrung als Hierbleibende sich neu orientieren zu müssen. Um eine neue Wirklichkeit entstehen zu lassen, müssen neue Verbindungen aufgebaut werden. Die Vergangenheit muss sinnvoll in einen nächsten Ring der eigenen Biografie integriert werden. Die Trauernden stehen oft vor scheinbar unlösbaren Aufgaben.
Hier im Trauercafe finden die Gäste einen Ort, an dem sie immer wieder von ihren Erfahrungen erzählen können und an dem ihre individuelle Trauer ernst genommen wird. Der Austausch mit anderen Menschen in ähnlichen Situationen hilft ihnen häufig die Spannung zwischen „entweder   oder“ auszuhalten und sich auf die Suche nach neuen Antworten zu machen. Wir Trauerbegleiterinnen versuchen mit den Gästen „Trittsteine“ zu entdecken.

Aus diesen intensiven Begegnungen hat sich in diesem Jahr eine „Selbsthilfegruppe“ gebildet, die sich am 1. Sonntag im Monat nachmittags um 14.00 Uhr trifft, um gemeinsam etwas zu unternehmen, begleitet von Frau Benson aus dem Team der Ehrenamtlichen vom Trauercafé. Am Allerseelentag hat unser Team eine Gedenkfeier für den verstorbenen geliebten Menschen im Lebensraum des Stationären Hospiz angeboten. Dieses Angebot wurde von 25 Gästen wahrgenommen, die sich meditativ mit dem Thema: “Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen“ (Rilke) auseinander setzten. Der Tod beendet zwar ein Leben, aber nicht eine Beziehung. Erinnerung darf und soll sein. 
Zum Team gehören: Edeltraud Benson, Walburga Dilkaute, Angela Kathmann, Elisabeth Rölfer und Hildegard Wilkes.

Die Trauerbegleiterinnen sind telefonisch zu erreichen:
Walburga Dilkaute 0 25 94 -    74 82
Angela Kathmann 0 25 94 -    66 34
Hildegard Wilkes 0 25 94 – 8 48 33

Angela Kathmann
 

Termine im Jahr 2009

Montags 16-18.00 Uhr Sprechstunde des Koordinators Ralf Koritko
Mittwochs 16-18.00 Uhr Sprechstunde mit Mitarbeitern/innen der Hospizbewegung
Freitags 10-12.00 Uhr Sprechstunde mit Mitarbeitern/innen der Hospizbewegung

Jeden 1. Montag im "Hospiz-Treff" 20.00 Uhr Treffen der EhrenamtlichenAlle Veranstaltungen finden im neuen „Hospiz-Treff“    
Coesfelder Straße 21 statt. Telefonnummer: 5 09 24 47

Rund um die Uhr erreichen Sie die ambulante Hospizbewegung unter der Mobilfunknummer: 01 71 – 8 92 51 99


Die nächsten Termine des Trauercafe sind am:

4. Januar 1. Februar 1. März 5. April
3. Mai 7. Juni 5. Juli 2. August
5. September 4. Oktober 1. November 6. Dezember
jeweils von 10.00 – 12.00 Uhr

Termine zur Supervision:

Mittwoch 28. Januar 2009 19.30 Uhr
Dienstag,  10. März 2009 19.30 Uhr
Montag, 25. Mai 2009 19.30 Uhr

Weitere Supervisionstermine werden rechtzeitig bekanntgegeben


Keiner wird gefragt
wann es ihm recht ist
Abschied zu nehmen
von Menschen
Gewohnheiten
sich selbst

irgendwann
plötzlich
heißt es
damit umgehen
ihn aushalten
annehmen
diesen Abschied
diesen Schmerz des Sterbens

dieses Zusammenbrechen
um neu
aufzubrechen
(Margot Bickel)

Der Ausschuss „Öffentlichkeitsarbeit“ der Hospizbewegung
 Klaus Benze; Karl-Heinz Bode; Christel Büscher;
 Erika Kerkeling; Ralf Koritko; Anne Ridder.

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Ambulante Hospizbewegung Dülmen e.V.

Vorsitzende: Monika Holtkamp

Koordinatoren : Ralf Koritko, Susanne Erfurt

Coesfelder Strasse 21  48249 Dülmen

Tel:: 0 171 / 8 92 51 99

Sparkasse Westmünsterland

BLZ 401 545 30

Konto 18 013 086

IBAN: DE52 4015 4530 0018 0130 86
BIC: WELADE3WXXX

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